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„Flugzeugträger des Westens“

Nach Kriegsende sollte der einsetzende Kalte Krieg das neu gegründete Bundesland Rheinland-Pfalz massiv beeinflussen. So wurde bereits 1947 die erste US amerikanische Einheit in Kaiserslautern Einsiedlerhof stationiert. 1951 wurde mit dem Bau von fünf Militärflugplätzen begonnen und vier davon im Folgejahr in Betrieb genommen: in Landstuhl bzw. Ramstein, Sembach, Bitburg, Hahn und Spangdahlem. Hinzu kamen Bunkeranlagen, Kasernen und Versorgungseinrichtungen. Rheinland-Pfalz wurde zum „Flugzeugträger des Westens“. Kaum ein Ort, der nicht direkt oder indirekt betroffen war. Mitte der 1950er Jahre waren nach Schätzungen rund 90.000 amerikanische Soldaten in Rheinland-Pfalz stationiert.

Mit dem Ende des Kalten Krieges änderte sich die Lage erneut dramatisch. So wurden vor ca. zehn Jahren zahlreiche Standorte, u.a. Bad Kreuznach, Bitburg, Mainz, Pirmasens und Sembach, geschlossen. Jetzt lautete das Schlüsselwort „Konversion“.

Auf der anderen Seite wurde die Air Base in Ramstein immer weiter ausgebaut. Sie ist heute der größte Militärflugplatz außerhalb der USA. Hinzu kommen das Hospital in Landstuhl und Armeeeinheiten in Kaiserslautern. Diese Region hat zurzeit mit rund 46 000 die höchste Bevölkerungsdichte von US-Amerikanern in Europa.

Hier wurde und wird internationale Geschichte geschrieben

Das alles hat eine Region, ein ganzes Land wesentlich geprägt und verändert – wirtschaftlich und kulturell, gesellschafts- und umweltpolitisch. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass hier deutsche, europäische – ja internationale Geschichte geschrieben wurde und bis heute wird.

docu center ramstein wird überregional wirkende Einrichtung

Das “Dokumentation- und Ausstellungszentrum zur Geschichte der US-Amerikaner in Rheinland-Pfalz“, kurz „docu center ramstein“ will sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Geschichte widmen. Im Dokumentationsbereich stehen Sammel- und Forschungstätigkeit im Mittelpunkt. Hier sollen einzigartige Dokumente, Objekte und Informationen gesammelt und gesichert werden. Das docu center ramstein soll zu einer Anlaufstelle ausgebaut werden - auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese Forschungsthemen zunehmend entdecken. Ergebnisse dieser Arbeit werden dann in Publikationen, Tagungen und vor allem im Ausstellungsbereich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zentrale Bedeutung bekommt der Aufbau einer multimedial aufbereiteten Dauerausstellung, in der die Geschichte der US-Präsenz in Rheinland-Pfalz im Mittelpunkt stehen wird. Zusätzlich sind Sonderausstellungen geplant, die bestimmte Themen gezielt behandeln.

Gründung und Aufbauschritte

Am 7. November 2007 beschloss der Verbandgemeinderat Ramstein-Miesenbach einstimmig die Gründung des docu center ramstein. Träger ist die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach. Mittelfristig wird ein alternatives Trägermodell gesucht, um die Finanzierung sicherzustellen.

Seither laufen Gespräche auf allen Ebenen. So haben inzwischen sowohl das Innenministerium als auch das Bildungsministerium des Landes Rheinland-Pfalz finanzielle Unterstützung zugesagt und gewährt.

Das docu center ramstein wird Schritt für Schritt aufgebaut. So wurden im Frühjahr 2009 eigene Büro- und Lagerräume bezogen, um die Aufbauarbeit dort zu bündeln und voran zu treiben. Sonderausstellungen werden seither erarbeitet und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Für das Projekt wurden eigene Räumlichkeiten gesucht und in der Zwischenzeit in der Gestalt eines ehemaligen Kinokomplexes in Ramstein gefunden. Die Verbandsgemeinde hat das Gelände inzwischen dank erheblicher finanzieller Unterstützung durch das Innenministerium erworben. Zurzeit laufen Überlegungen zur Umgestaltung der Gebäude. Ein Architektenwettbewerb ist in Vorbereitung.

Projektleitung

Wiss. Mitarbeit

michael_geib

 

claudia_gross

 

Dipl. Geogr. Michael Geib

Dr. Claudia Gross